«Hier und Jetzt»: der Blog

Leiden und Selbstmitgefühl

Leiden entspringt einer einzigen Quelle: dem Vergleich zwischen unserer Realität und unsere Idealen. Wenn die Wirklichkeit unseren Vorstellungen und Wünschen entspricht, sind wir glücklich und zufrieden. Wenn nicht, leiden wir.

Quelle: Selbstmitgefühl, Kirstin Neff

Written by geraldine

May 11th, 2020 at 8:05 am

Resilienz als Entwicklungsprozess

Resilienz ist schlussendlich ein Entwicklungsprozess der im Leben selbst entsteht. Alle Dinge die wir bewältigen konnten, geben uns das Gefühl von mehr Handhabbarkeit resp. Selbstermächtigung.

Resilienz unterliegt einem Kontinuum. Es heisst nicht das belastende Situationen uns nicht ausrauben und entkräften können; Resilienz beschreibt die Fähigkeit uns wieder von Etwas zu erholen.

Quelle: Der resiliente Mensch

Written by geraldine

April 26th, 2020 at 8:51 am

Resilienz ist ein Muskel

Nicht resilient sein ist anstrengend. Deshalb lohnt es sich die eigene Resilienz wie einen Muskel zu trainieren. Eine regelmässige Praxis gibt uns die notwenige Stabilität um mit dem zu gehen was von aussen kommt.

Written by geraldine

April 19th, 2020 at 7:48 am

Gesundheit und Krankheit als dynamisches Geschehen

Gesundheit und Krankheit sind ein dynamisches Geschehen. Gesundheit ist die Fähigkeit, pathogene Faktoren ausreichend wirksam über die Selbstregulation zu kontrollieren; Krankheit stellt sich
dann ein, wenn der Organismus die selbstregulierende Kompetenz zur Bewältigung von Störungen
nicht ausreichend zur Verfügung stellen kann. So gesehen, muss Gesundheit in jedem Moment
des Lebens neu „geschaffen“ werden.

Written by geraldine

July 22nd, 2019 at 2:19 pm

Gesundheit als ganzheitliches subjektives Erleben

Gesundheit definiert die WHO als ein subjektives Gefühl von körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Gesundheit ist somit nicht „Abwesenheit von Krankheit“, sondern hat einen eigenen, positiven Wert. Gesundheit ist ein mehrdimensionales Phänomen und steht in Abhängigkeit
von körperlichen, seelisch-geistigen, sozialen und materiellen Ressourcen. Gesundheit ist eine individuelle Erfahrung und ergibt sich aus dem subjektiven Erleben des Menschen, das stetigen Veränderungen unterliegt.

Written by geraldine

July 1st, 2019 at 2:16 pm

Selbstfürsorge – was ist das?

Unter Selbstfürsorge verstehen wir die Fähigkeit, sich selbst liebevolle Fürsorge zukommen zu lassen. Das bedeutet, dass wir uns selbst nicht bloss mit dem Nötigsten versorgen wie Essen, Hygiene, Bewegung, Schlaf, sondern uns unserem eigenen bedürftigen inneren Teil zuwenden und ihn achtsam mit dem versorgen, was er braucht.

Louise Reddemann, eine wegweisende deutsche Psychotherapeutin, definiert Selbstfürsorge als „einen liebevollen, wertschätzenden, achtsamen und mitfühlenden Umgang mit mir selbst und Ernstnehmen der eigenen Bedürfnisse“.

Die zwei Grundpfeiler für Selbstfürsorge sind demnach Selbstaufmerksamkeit (oder das Selbst-Gewahrsein, was uns als Wort besser gefällt!) und Selbstmitgefühl. Die Selbstaufmerksamkeit (im Sinne eines inneren Beobachters, der auf den verschiedenen Seins-Ebenen wahrnimmt, was in uns passiert) dient als Sensorium, das uns Informationen über unsere Befindlichkeit liefert. Wir benötigen also so etwas wie eine innere Instanz, mit der wir uns selbst beobachten können. Einen inneren Beobachter, der auf den verschiedenen Seins-Ebenen (Körper, Gefühle, Gedanken, Spiritualität, Impulse) wahrnimmt, was in uns passiert. Die Selbstaufmerksamkeit (oder das Selbst-Gewahrsein) dient sozusagen als Messgerät, das uns Daten über unsere Befindlichkeit liefert. Diese Daten nützen aber nichts, wenn sie nicht auf etwas in uns treffen, das eine wertschätzende, einfühlende und freundliche Haltung uns selbst gegenüber einnehmen kann. Dies ist das Selbstmitgefühl. Selbstmitgefühl ist Voraussetzung, damit wir die Daten über unsere Befindlichkeit ernst nehmen und daraufhin unseren fürsorglichen Teil einschalten, damit dieser sich unserem bedürftigen Teil zuwenden kann.

Wenn dieser ideal beschriebene Ablauf so stattfinden kann, erfahren wir in uns selbst Zuwendung, Trost und Verbundenheit. Er generiert eine Erfahrung von Selbstwirksamkeit, die unserem Organismus ein positives Feedback liefert, den Selbstkontakt vertieft und Stress deutlich reduzieren kann.

Written by geraldine

June 23rd, 2019 at 2:06 pm

Selbstmitgefühl – was ist das?

Selbstmitgefühl leben heisst, eine bewusste Entscheidung zu treffen, die eigenen Empfindungen, Gefühle und Gedanken im gegenwärtigen Moment zu erleben, wie sie sind. Das bedeutet, dass ich versuche, mich dem Schmerzhaften zu nähern, mich behutsam dafür öffne, es aushalte und halte. Darüber hinaus meint das nicht nur das Annehmen eines Gefühls oder Gedankens, sondern dass ich die Person akzeptiere und verstehe, die diese Dinge erlebt: Wir nehmen uns in unserem Schmerz an und mühen uns nicht länger damit ab, uns besser zu fühlen, sondern entwickeln Zuneigung zu uns selbst. Wir fangen an, uns liebevoll zu umsorgen, weil wir gerade einen schmerzhaften Moment durchleben.  Dabei werden sogenannt negative Gefühle nicht einfach durch positive ersetzt, sondern positive Emotionen werden ermöglicht, indem die negativen angenommen werden.

Written by geraldine

June 9th, 2019 at 2:03 pm

WHO erkennt Burn out als Krankheit an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals Burn-out als Krankheit anerkannt, das wurde in Genf bei der Jahrestagung der Organisation bekannt gegeben.

Zuvor hatten die 194 Mitgliedstaaten der WHO eine überarbeitete Version des internationalen Klassifikationssystems der Krankheiten, ICD-11, verabschiedet – eine Art Katalog der anerkannten Krankheiten. Dieser enthält nun auch die Definition und Einschränkungen der Diagnose Burn-out.

Die bisherige Version des internationalen Klassifikationssystems ist seit Anfang der Neunzigerjahre gültig. Ab Januar 2022 soll der neue Katalog den alten ablösen, ein konkreter Zeitpunkt für die Einführung in Deutschland steht noch nicht fest. Im Verzeichnis stehen circa 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen – je mit einem spezifischen Code. Mit den Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen sollen Ärzte weltweit künftig ihre Diagnosen registrieren und dadurch statistische Untersuchungen leichter machen.

Drei Dimensionen des Burn-outs

Über die Definition von Burn-out diskutieren Fachleute seit Jahrzehnten. Die WHO beschreibt es als Syndrom aufgrund von “chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wird.” Die Krankheit hat laut ICD-11 drei Dimensionen:

  • Ein Gefühl von Erschöpfung,
  • eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job und
  • ein verringertes berufliches Leistungsvermögen.

Zudem weist die WHO darauf hin, dass der Begriff Burn-out ausschließlich im beruflichen Zusammenhang und nicht “für Erfahrungen in anderen Lebensbereichen” verwendet werden sollte.

Written by geraldine

June 4th, 2019 at 7:16 am

Das Beste zur Zeit

Vielen von uns, mich eingeschlossen, scheint es, als vergehe mit zunehmendem Alter die Zeit immer schneller. Als wir jung waren, warteten wir dagegen ungeduldig darauf, bestimmte Altersgrenzen zu überwinden, und unser Leben schien unendlich.

Warum sich unsere Wahrnehmung der Zeit mit dem Alter ändert, beschäftigt Philosophen und Psychologen seit mehr als hundert Jahren. Psychologische Tests haben gezeigt, dass im Lauf eines Lebens die Zeit auf einer nicht linearen Skala zunehmend schneller vergeht – dass Menschen die Zeitspanne zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr als ähnlich lang wahrnehmen wie die zwischen dem 20. und 40. oder dem 40. und 80.

Eine Idee, warum dies der Fall sein könnte, ist, dass wir die Zeit als relativ zu unserer Lebenslänge betrachten – eine Theorie, die der französische Psychologe Pierre Janet erstmals 1877 vorschlug. Ein Jahr entspricht zwanzig Prozent des Lebens eines 5-Jährigen, und von einem Weihnachtsfest bis zum nächsten vergeht ein guter Bruchteil eines so jungen Lebens. Ein Jahr ist aber nur zwei Prozent des Lebens, wenn man 50 ist, und man ist schockiert, dass es so schnell vergangen ist.

Auch Neurotransmitter und Medikamente beeinflussen die Zeitwahrnehmung. Eine andere Theorie verbindet die Wahrnehmung der Zeit damit, dass der Neurotransmitter Dopamin nach dem 20. Lebensjahr kontinuierlich abnimmt. Chemikalien, welche Neuronen anregen, sodass diese schneller feuern, könnten die Zeit verlangsamen, weil sie unserem Gehirn erlauben, in einer bestimmten Zeitspanne mehr Erinnerungen zu bilden. Dies könnte auch erklären, weshalb sich die Zeit in Notfallsituationen oder bei Gefahr zu verlangsamen scheint.

Ein ähnliches Phänomen könnte erklären, warum im Alter die Zeit schneller vergeht als in der Jugend. Basierend auf den Ideen des Psychologen William James aus dem 19. Jahrhundert glauben viele, dass das Gehirn aus neuen Erfahrungen mehr Erinnerungen bildet. Da man später im Leben weniger neue Erfahrungen macht, scheint die Zeit schneller zu vergehen. Mit anderen Worten: Das Leben wird mit zunehmendem Alter immer langweiliger. Wenn Sie Ihr Leben also als lang und erfüllt wahrnehmen wollen, halten Sie Ihr Gehirn aktiv, lernen Sie neue Dinge – und sitzen Sie nicht nur herum und tun nichts.

Es gibt viele andere Theorien: Für einen 50-Jährigen scheint die Zeit schneller zu vergehen als für einen 25-Jährigen, weil Ersterer mehr Verantwortung im Leben und auf der Arbeit hat und der Tag nie lang genug ist, um alles zu erledigen. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich zudem unser Stoffwechsel – Kinder erfahren in einem festgelegten Zeitraum mehr biologische Marker wie Herzschläge oder Atemzüge, wodurch das Gefühl entstehen könnte, dass mehr Zeit vergangen ist.

Und laut einer weiteren Theorie, die jüngst veröffentlicht wurde, meinen wir, die Zeit vergehe schneller, einfach weil unser Gehirn altert und wir weniger Ereignisse verarbeiten können, weil unser neuronales Netzwerk stets komplexer wird und sich zugleich verschlechtert. Der angebliche Beweis dafür ist die Geschwindigkeit, mit der unsere Augen sich zwischen der Aufnahme von Bildern der Welt hin und her bewegen. Diese sogenannten Sakkaden des Auges sind in jungen Jahren schneller.

Quelle: Die Storys des Tages #12

Written by geraldine

May 28th, 2019 at 7:10 am

Eine kleine Geschichte

Ein Weiser wurde gefragt, welches die wichtigste Stunde sei, die der Mensch erlebt, welches der bedeutendste Mensch sei, der ihm begegnet ist und welches das notwendigste Werk sei.

Die Antwort lautete:

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gerade gegenüber steht.

(frei mach Meister Eckhart, 1260-1328)

Written by geraldine

December 21st, 2018 at 3:41 pm